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Die Ammoniten im weitesten Sinne bilden eine große Gruppe von mehr als zehntausend Arten ausgestorbener Kopffüßer
mit vier Kiemen und äußerer Schale. Die innere Lage der Weichteile von Ammoniten bestimmt man anhand jener Informationen,
welche uns rezente Nautiloidea liefern. Einige Ammoniten zeigen einen auffälligen Sexualdimorphismus: die Weibchen haben
deutlich größere Schalen als die Männchen. Bei Letzteren ist die Mundöffnung häufig kompliziert aufgebaut.
Vom Aufbau her ähneln die Schalen der Ammoniten jenen der Nautiloidea: sie alle beginnen mit einer kleinen runden oder
fassförmigen Emhryonalkamrner (0,3-0,8 mm), dem so genannten Protoconch, aus der sich die ersten Umgänge entwickeln. Die
Wohnkammer nimmt einen halben bis zwei Umgänge ein.
Die Schalen sind gewöhnlich planspiral und entweder evolut mit breitem Nabel, konvolut oder involut mit engem, oft reduziertem
Nabel. Sie sind unregelmäßig eingerollt und werden als aberrant oder heteromorph bezeichnet. Ihre Mündung ist einfach oder
zusammengesetzt. Nur primitive Formen haben einen hyponomischen Sinus. Die Höheren Ammoniten weisen dort einen ausgeprägten
Sattel oder einen schnabelartigen Fortsatz (Rostrum) aus. An den Seiten (Sinus) der Mündung können konkave oder alle möglichen
konvexen Gebilde (Apophysen) auftreten. Die stark gekrümmten Septen unterteilen das Phragmocon in zahlreiche kleine, zu Lebzeiten
mit Gas gefüllte Kammern. Die Nähte besitzen immer Sättel und Lappen, die bisweilen sehr komplex und daher für die Klassifikation
der Ammoniten sehr wichtig sind.
Im allgemeinen unterscheidet man drei Grundtypen von Nähten:
1. den goniatitischen Typ; ihn kennzeichnen glatte Sättel und Lappen, bei denen die paarigen Lappen später spitzer
werden, während sich an den Außenlappen ein sekundärer Sattel bildet;
2. den ceratitischen Typ mit glatten, runden Sätteln und welligen oder gesägten Lappen;
3. den ammonitischen Typ mit zierlichen, bisweilen sehr komplex segmentierten Sätteln und Lappen.
Wie bei den Nautiloidea gab es einen fleischigen Sipho, der sich bei lebenden Ammoniten durch die Öffnungen der Septen zog.
Die dünne, einfache Siphonalröhre liegt bei Ammoniten stets an der Außenseite (Circumferenz) der Umgänge, mit Ausnahme
einiger devonischer Arten.
Die Septalnähte paläozoischer Arten laufen zu den Embryonalkammern hin (retrosiphonater Typ), bei den höher entwickelten
Spezies zur Mundöffnung (prosiphonater Typ).
Obwohl die Schalen der Ammoniten glatt sein können und dann nur Zuwachsstreifen zeigen, gibt es auch reliefierte Formen,
die gewöhnlich Querrippen tragen. Diese können entweder gerade oder zur Mündung
bzw. zum Rücken gekrümmt sein. Manchmal finden sich auch dicke s- oder sichelförmige Rippen. Diese können einfach oder
mehrfach verzweigt sein. Die von den Haupt- oder primären Rippen abzweigenden werden als sekundäre Rippen bezeichnet. Nicht
mit der Basis verbundene Rippen sind gewöhnlich kürzer und heißen eingeritzte. Neben Rippen finden sich auf den Schalen der
Ammoniten auch andere Querelemente, zumeist Tuberkel an den Verzweigungen. Zu den längsgerichteten Gebilden zählen vor allem
Spiralrippen. In den Ammoniten führenden Schichten finden sich oft Kalzitexemplare mit zwei Schalen, die jenen der Muscheln
ähneln, so genannte Aptychi. Einzelstücke nennt man hingegen Anaptychi. Diese bestanden ursprünglich aus Chitin. Beide Arten
von Gebilden wurden früher in der Literatur als Ammoniten-Deckel bezeichnet; sie entsprechen dem Unterkiefer des
Kauapparats. Die Aptychi werden mit dem jeweiligen Familiennamen bezeichnet und besitzen sogar eine eigene künstliche
Klassifikation.
Die Systematik der Ammoniten basiert vor allem auf der Struktur der Nähte ihrer frühen Stadien. Von grundlegender Bedeutung
sind auch Lage und Funktion des Siphos. Die wohl primitivste Gruppe bilden vermutlich die Bactritoidea: sie lebten vom
Ordovizium bis zum Perm und galten früher als selbstständige Unterk!asse. Heute gelten sie manchen Paläontologen als
Ubergangsform zwischen den orthoceraconisehen Nautiloiden und den Unterklassen Ammonoidca und Coleoidea.
Soweit die eine relativ neue Definition von Ammoniten.
Eine andere Definition von Ammoniten faßt sich kürzer:
Formenreichste Gruppe der Cephalopoden mit meist spiralig gewundenem Gehäuse, oft einem Widderhorn ähnlich, erscheinend
vor ca. 390 Millionen Jahren und erlöschend nach 325 Millionen Jahren gegen Ende der Kreidezeit.
Nun fragt sich der Leser, was er wohl verstanden hat?
Wahrscheinlich wenig, denn die eine Defintion ist umfassend, wirft aber jede Menge von weiteren Fragen auf.
Die andere faßt knapp zusammen, erklärt aber nicht, was ich wissen wollte.
Daher bleibt nur der etwas längere Weg, die einzelnen wichtigen Punkte systematisch abzuklären.
Dazu will die Seite beitragen.
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